Blog über Versicherungen und Finanzen

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Wird der Garantiezins erneut sinken?

8 Mai 2014 von Heidi Oehlmann

Seit Jahren sinkt der Garantiezins für Lebensversicherungen rapide nach unten. Während der Zinssatz von 1994 bis 2000 noch bei 4 Prozent lag, liegt er heute nur noch bei 1,75 Prozent. Nun wird munter darüber diskutiert, den Garantiezins ab 2015 auf 1,25 Prozent zu senken. Für die Versicherer wäre es sicherlich eine enorme Entlastung. Denn die Zinsen auf den Finanzmärkten sind geringer als der derzeitige Garantiezins, den die Versicherungsgesellschaften erst mal erwirtschaften müssen. Für Versicherungsnehmer hingegen werden Lebensversicherungen immer unattraktiver.

Wer ist im Falle einer Senkung des Garantiezinses betroffen?

Die Garantiezinssenkung betrifft nur Neuverträge. Das heißt, wer beispielsweise im Jahr 1999 eine Lebensversicherung abgeschlossen hat, behält seine 4 Prozent Garantiezins. Verträge, die dieses Jahr geschlossen wurden, haben die 1,75 Prozent. Sollte es im nächsten Jahr zu einer erneuten Senkung kommen, gibt es für alle Verträge, die im neuen Jahr geschlossen werden, nur noch 1,25 Prozent des garantierten Zinses. Noch ist die Entscheidung für die Absenkung nicht gefallen. Wie es wirklich kommen wird, werden die nächsten Monate zeigen.

Was bedeutet der Garantiezins eigentlich?

Der Garantiezins gibt Auskunft über den Mindestertrag, der bei einer Lebensversicherung auf die eingezahlten Beiträge anfällt. Aber Achtung: Nicht jeder Euro, der eingezahlt wurde, wird auch verzinst. Von den Prämien gehen Verwaltungskosten, eventuelle Provisionen und ein Beitrag für den Risikoanteil ab. Dafür ist aber nicht nur der Garantiezins bei einer Lebensversicherung ausschlaggebend, sondern die Gesamtrendite. Sie setzt sich aus dem Garantiezins, einer Überschussbeteiligung und einem Abschlussbonus zusammen.

Wie hoch die Überschussbeteiligungen und Abschlussboni am Ende sind, kann vorher nicht bestimmt werden. Denn dies ist von mehreren Faktoren abhängig. Zum einen kommt es auf die Anlagestrategie an, und darauf, wie gut das Unternehmen wirtschaftet. Weiterhin ist entscheidend, wie viele Versicherungsfälle vor Versicherungsablauf eintreten. Das heißt, wenn Versicherungsnehmer vor Ablauf ihrer Lebensversicherung zu Tode kommen, muss vorzeitig Kapital an die Hinterbliebenen ausgezahlt werden. Dies führt zu einer Verschlechterung der Überschussbeteiligung.
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Der Beitrag wurde geschrieben am Donnerstag, 8. Mai 2014 um 10:55 und befindet sich in der Kategorie Versicherungen und Finanzen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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