Blog über Versicherungen und Finanzen

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Restschuldversicherung: Ja oder nein?

19 September 2017 von Heidi Oehlmann

Fragezeichen-150x150 in Restschuldversicherung: Ja oder nein?Bei Beantragung eines Ratenkredites wird oftmals versucht, eine Restschuldversicherung mitzuverkaufen. Dem Kreditnehmer wird suggeriert, wie wichtig diese Versicherung ist. Oftmals wird er sogar verpflichtet, eine Restschuldversicherung abzuschließen, da er sonst den Kredit nicht gewährt bekommt. Er wird sozusagen dazu genötigt. Aber ist dies wirklich rechtens? Muss man tatsächlich eine Restschuldversicherung haben?

Was steckt hinter der Restschuldversicherung?

Wie der Name schon sagt, wird mit dieser Versicherung die Restschuld des Kreditnehmers abgesichert. Sollte der Schuldner nicht mehr zahlen können, springt die Versicherung ein. Die Gründe für eine Zahlungsunfähigkeit können Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit beispielsweise bei Invalidität durch einen Unfall oder der Tod des Versicherungsnehmers sein.

Restschuldversicherung, ein Kostenfresser

Während es bei größeren Krediten, die bei einer Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers seine Existenz bedrohen, schon sinnvoll sein kann, eine Restschuldversicherung abzuschließen, ist die Versicherung bei kleineren Krediten beziehungsweise kleinen Monatsraten meist viel zu teuer. Wenn man sich das Geld, das für die Versicherung gezahlt werden soll, weglegen würde, käme eine ordentliche Summe zusammen mit der im Ernstfall auch ein stattlicher Teil des Kredits zurückgezahlt werden könnte.

Die Höhe des Versicherungsbeitrags ist meist ein zweistelliger Prozentsatz der Kreditsumme. Wie hoch der Satz tatsächlich ist, ist außerdem abhängig von der Laufzeit und auch von individuellen Merkmalen wie Alter und Geschlecht. Bei älteren Kreditnehmern erhöht sich das Risiko, dass sie den Kredit nicht mehr zurückzahlen können. Deshalb ist auch der Beitrag höher. Außerdem kommen noch Zinsen für die Versicherung hinzu.

Restschuldversicherung abschließen oder nicht?

Natürlich muss jeder für sich entscheiden, ob er sich mit einer Restschuldversicherung absichern möchte. Sind alle Eventualitäten schon durch andere Versicherungen abgedeckt, ist die Restschuldversicherung überflüssig. Das ist dann der Fall, wenn bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung, eine Unfallversicherung und eine Risikolebensversicherung vorhanden sind. Zu dem Abschluss einer Restschuldversicherung darf man übrigens nicht gezwungen werden, auch wenn viele Banken darauf bestehen.

Wer sonst keinerlei Absicherung hat und sich für eine Risikolebensversicherung entscheidet, sollte unbedingt das Kleingedruckte lesen. Denn dort verstecken sich oft Klauseln, in welchen Fällen die Versicherung nicht einspringt. Tritt tatsächlich der Fall ein, dass der Kreditnehmer die teure Restschuldversicherung in Anspruch nehmen möchte und die Versicherung zahlt dann nicht, ist der Ärger groß. Zudem kann es sich lohnen, die Angebote der verschiedenen Restschuldversicherungen zu vergleichen. Es muss ja nicht der Vertrag genommen werden, der einem beispielsweise beim Autokauf angeboten wird. So kann man sich den besten Tarif zum günstigsten Preis raussuchen.
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Der Beitrag wurde geschrieben am Dienstag, 19. September 2017 um 12:17 und befindet sich in der Kategorie Versicherungen und Finanzen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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